Es sei das markanteste Körperteil des Menschen. Und dennoch komme dem Hinterteil nicht die gebührende Aufmerksamkeit zu. Das findet Gerd Grein, Leiter des Museums für Odenwälder Volkskultur in Lengfeld. Um dies zu beenden, kam er auf die Idee, den Hintern als Jahresthema für sein Museum und für eine dazu passende Sonderausstellung zu wählen. Seit dem Februar 2018  können Besucher im Alten Rathaus in Otzberg-Lengfeld, Bismarckstraße 2, neben der kulturgeschichtlichen Einordnung allerhand Zeugnisse zum Thema in teilweise obskurer Form sehen.

Ein zwiespältiges Rund sei der Hintern. „Diese zwei halbkugelförmigen Körperrundungen verdanken wir allein der Evolution, genauer gesagt dem aufrechten Gang“, sagt auch Museumsleiter Hubert Alles. Nicht nur der Verstand, nein, auch der Hintern unterscheide den Menschen von anderen Lebewesen. Vielleicht liege hier auch der Grund für das ambivalente Interesse an dem herausragenden Körperteil, vermuten die beiden Museumsleiter. 

Die meisten Exponate der Sonderausstellung stammen aus eigenen Beständen, allerdings sind dort noch andere Objekte zu sehen. So entstanden Aufnahmen vom Floriansbrunnen in Bad Tölz, auf dem der heilige Florian, Schutzpatron der Feuerwehr, seinen Hintern dem Finanzamt Bad Tölz-Wolfratshausen entgegenstreckt. Auch in Salzburg wurde der engagierte Otzberger Museumsleiter fündig, wo er einige Dokumente von Wolfgang Amadeus Mozart mit von ihm geschriebenen „Schweinigeleien“ entdeckte, die ebenfalls in der Ausstellung präsentiert werden. 

Die Ausstellungsbesucher erfahren, dass die beiden Hälften des Hinterns im Laufe der Geschichte ganz unterschiedliche Gemütsregungen hervorbrachten. Neben der Bewunderung für die vollkommene Form und dem davon ausgehenden erotischen Reiz hat der Po auch viel Verachtung, Spott und Abscheu einstecken müssen. All dies wird in der Schau illustriert.

Die Ausstellung ist jeweils sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr zu sehen. Weitere Infos unter www.museum-lengfeld.de