Das Buch Hans von der Au – „Odenwälder Tracht“ eine kritische Betrachtung

Autor Gerd J. Grein
Erscheinungsdatum 01.08.2017
Seitenzahl 132
Illustrationen 64 farb. Abbildungen
Format 21 x 21 cm
Bindung Softcover
Erhältlich im Buchhandel 978-3-9817742-6-9
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Preis 15,00

Eigentlich habe ich mich so lange ich denken kann mit heimat- und volkskundlichen Themen befasst und später, als ich älter wurde, begann ich Gegenstände zu sammeln, die an die Altvorderen erinnerten. Mit zwölf Jahren habe ich dann das Buch von Hans von der Au „Odenwälder Tracht“ bekommen. Es war damals eines der wenigen heimatkundlichen Werke, denn Bücher dieses Inhalts waren nicht gerade üppig. Ich war wie versessen nach dem Buch, und es wurde zum einzigen und beliebten Nachschlagewerk in Sachen Tracht und Trachtenpflege, denn damals war ich schon Mitglied einer Volkstanz- und Trachtengruppe.
Mit sechzehn Jahren verfasste ich meinen ersten Artikel „Die Tracht in der Dreieich.“ In der Vorrede stellte ich damals fest: „Dabei möchte ich nicht versäumen, Dr. Hans von der Au mit Dank zu gedenken, der in erstaunlicher Gründlichkeit die Tracht des Odenwaldes und somit gleichzeitig die Tracht der Dreieich erforschte.“ Dieses Lob war damals noch ganz unter dem Eindruck der Ergebnisse der Trachtenforschung von Hans von der Au zu verstehen. Ich war damals natürlich noch nicht kritisch eingestellt, sondern widmete mich den Trachten mit ungebremster Begeisterung.
Dies war auch noch so, als ich Jahrzehnte später (1980) ein eigenständiges Bändchen zur Odenwälder Tracht verfasste. Drei Jahre zuvor hatte ich mich noch einmal mit der Tracht in der Dreieich beschäftigt. Je mehr ich mich jedoch mit dem Werk von Hans von der Au befasste, umso mehr habe ich darin Flüchtigkeitsfehler, falsche Interpretationen und das völlige Fehlen einer Differenzierung zwischen Hinweisen auf „echte“ Trachten sowie Relikte einer Trachtentragepraxis bemerkt, und solchen, die nur zur Schau getragen wurden. Im Laufe der Zeit habe ich dann das Buch mit anderen Augen gesehen.
Darum möchte ich mit meiner Arbeit eine Neubewertung vorlegen, in der Richtigstellungen vorgenommen werden. Dieses geschieht jedoch nicht in hämischer Weise oder gar mit Besserwissertum: Dies würde dem Andenken des verdienstvollen Volkskundlers Hans von der Au nicht gerecht. Er stand damals bei Drucklegung des Buches auf dem Stand der Wissenschaft seiner Zeit. Wir hingegen sind in der Situation, manche Dinge anders zu sehen, zu relativieren und – wenn nötig – zu revidieren. Schließlich hatte Hans von der Au für seine Recherchen nur zehn Jahre Zeit, ich hingegen bin in der Lage, mehr Zeit zu investieren und kann auf eine mittlerweile sechzigjährige Beschäftigung mit dem Thema „Odenwälder Trachten“ zurückzublicken.
So verstehe ich meinerseits die vorliegende Arbeit als eine Art Vermächtnis. Den Leser bitte ich, dies als solches zu verstehen und wünsche viel Freude beim Lesen.

Gerd J. Grein

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